Die Volksinitiative tanzt mit dem Waffenhändler

Wir sammeln nicht nur fleißig und vor allem mit Spaß und Freude Unterschriften für einen Zivilen Hafen , sondern kreieren auch unsere eigenen kleinen Projekte. Jeder kann sich mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen. Das macht Spaß!

So hat zum Beispiel Regina das Filmprojekt Waffenhändlertango innerhalb unserer Volksinitiative ins Leben gerufen und gestaltet und realisiert dieses mit der Unterstützung aus der Gruppe.

Zuerst gab es die Idee, den Waffenhändlertango von Konstatin Wecker für ein kleines Video zu verwenden, um viele Hamburger*innen auf unsere Kampagne aufmerksam zu machen, die Rüstungsexporte über unseren Hafen zu stoppen. Dafür brauchten wir aber die Genehmigung dieses Lied auch benutzen zu dürfen und nahmen per Mail Kontakt zu Konstantin Wecker auf. Wir schickten einen kleinen Drehbuchentwurf und erhielten dann tatsächlich die kostenfreie Zustimmung für unser Projekt. Das gab uns viel Auftrieb.

Konstantin Wecker ist Musiker, Poet, Schriftsteller und einer der bedeutendsten deutschen Liedermacher, der sich seit Jahrzehnten schon mit seinen Texten für eine bessere, friedlichere und gerechtere Welt politisch engagiert.
In vielen seiner Lieder setzt sich Wecker mit dem aktuellen Tagesgeschehen auseinander. Mit seiner bekannten Ballade Willy verarbeitet er immer wieder neu das aktuelle politische Geschehen.
Und mit dem Motto Nazis raus aus dieser Stadt tourte er zum Beispiel zusammen mit den LiedermachernStrom & Wasser durch Ostdeutschland, wobei die Absagen der Konzerte in Hoyerswerda und in Halberstadt für Aufmerksamkeit und Diskussionen sorgten.
Trotz seines anhaltenden politischen Engagements war Wecker nie in einer Partei politisch organisiert.
Er spricht sehr direkt, emotional und mitreißend die Menschen an, Ungerechtigkeiten, Missstände und die politischen Machtverhältnisse nicht zu akzeptieren.
Also genau der richtige Liedermacher für unsere Idee!

Die Botschaft der Volksinitiative wollten wir mit dem Text von Gerhard Schöne „Wohl denen die da wagen“, den er auf die Melodie eines Chorals geschrieben hat, erweitern und ergänzen.

Gerhard Schöne ist wie Wecker ein deutscher Liedermacher. Er gehörte in der DDR zu den bekanntesten Interpreten.
Populär geworden ist Schöne vor allem durch seine Sammlung von Kinderliedern aus aller Welt und aus eigener Feder, zum Beispiel Kinderland und Jule wäscht sich nie. Erfolgreich wurde er ebenso mit Liedern für Erwachsene. Er tritt regelmäßig zu Evangelischen Kirchentagen auf.

Einige Sänger*innen vom Chor Hamburger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter e.V. nahmen das Lied gemeinsam mit dem Musiker und Schlagzeuger Janosch auf. Janosch bereicherte die Musik mit instrumentalen Phasen.

Jetzt war die Grundlage mit der Filmmusik gelegt.
Was jetzt folgte, war eine Drehbuchskizze, die in unserer Arbeitsgruppe Sammlungen vorstellt wurde. Dort fand sie schnell Anklang. Für die Tanzszene waren Vic und Gerd bereit ihre Tangoerfahrungen miteinander aufzufrischen. Die ideale Besetzung für diese Rolle.

Auch unser Drehort war schnell gefunden: Der Stintfang.
Diese 26 Meter hohe Anhöhe am rechten Elbufer ist nicht nur aufgrund ihrer exponierten Lage oberhalb der St. Pauli-Landungsbrücken eine bedeutende Landmarke im Hamburger Stadtbild, sondern soll jetzt auch eine für unsere Volksinitiative werden.

Einige Wenige von uns trafen sich dort und konnten mit sehr viel Spaß und Freude die Szenen aus der Drehbuchskizze proben.

Jetzt brauchten wir nur noch einen Filmproduzenten und fanden mit Thomas Deuber (www.kuhkoppel.de) einen erfahrenen Dokumentarfilmemacher.
Bei einem persönlichen Besuch bei ihm Sin Aumühle konnten wir (Regina, Renate, Ilse und Gerd) Thomas dafür gewinnen mit uns diesen Film fertigzustellen.

Im Zusammenhang mit der Arbeit als Medienlehrer an der Gesamtschule Bergedorf und der zunächst theoretischen Beschäftigung mit dem Dokumentarfilm produzierte Thomas mit der DV Technik die ersten eigenen Filme als Autodidakt.
Er drehte zunächst über den Widerstand im Wendland, dann weitere Filme in Begleitung verschiedener sozialer Projekte im Sinne eines politisch-dokumentarischen „Heimatfilms“ und als No-Budget Produktionen.

Mit Thomas wurde die Drehbuchskizze besprochen, er zeigte uns auf, was wir noch beachten und verbessern können.

Jetzt geht es am 23. Juni zum Dreh auf den Stintfang – ab 17:00 Uhr bis zum Sonnenuntergang, hoffentlich bei ausreichend schönem Wetter.

Wir alle sind gespannt, auf das fertige Video und möchten es dann erfolgreich für unsere Volksinitiative einsetzen.

 

Liedtext zu Der Waffenhändlertango

Erst baun wir Waffen, dann verkaufen wir sie weiter,
Dann wird ein Krieg geführt, natürlich ein gescheiter,
Dann stelln wir uns auf irgendeine Seite,
Die andre geht dann selbstverständlich pleite.
Dann finden wir das Ganze ganz gemein
Und sammeln unsre Waffen wieder ein.

Dann gilt es, einen Krisenherd zu schaffen,
Der braucht dann dringend unsre alten Waffen.
Und währenddessen basteln wir an neuen,
Um einen potentiellen Gegner zu erfreuen.
Die muss man dann natürlich ausprobieren,
Am lebenden Objekt studieren.
Begleiterscheinungen wie Hunger, Tod und Qual
Sind zwar ein Schaden, doch nur co- und lateral.

Dann zündet einer wieder irgendwo die Welt an,
Dann kommt der Richtige mal wieder an mehr Geld ran,
Das macht dann irgendjemanden zu schaffen, –
Schon braucht man wieder neue Waffen.
Und während weltweit alle protestieren,
Kommen wir kaum mehr nach mit produzieren.
Wir züchten weiter emsig Patrioten
Und halten sie als nützliche Idioten.

Dann brauchen wir noch irgendeinen Bösen,
Von dem wir dann die freie Welt erlösen,
Und finden wir nicht gleich einen Gemeinen,
Dann basteln wir uns eben einen.
Es ist doch klar, dass jeder andre schlecht ist,
Wenn unsre Sache einzig richtig und gerecht ist.
Drum lasst uns ewig weiter Waffen bauen,
Die wir den andern um die Ohren hauen.

Man kann das nennen wie man will,
Humanitärer Overkill,
Heiliger Krieg, gerechte Sache,
Die Fahne hoch, dass ich nicht lache.
Die ganzen Sprüche schenk’ ich Ihnen, –
Beim Krieg gehts immer nur ums Geldverdienen.
Und unsre Freiheit ist, auch dieses Lied beweist es,
Nur die des Marktes, nicht mehr die des Geistes.

 

Album: Vaterland Live
Komponist: Konstantin Wecker
Text: Konstantin Wecker
1979

 

Liedtext zu Wohl denen, die da wandeln

Wohl denen die da wagen, ein Nein zur rechten Zeit.
Nicht Ja und Amen sagen, zur Bombensicherheit.
Die jetzt im Rüstungskarussell der Sand sind im Getriebe,
die lasst uns loben heut.

Wir müssen Frieden schaffen in Freund- und Feindesland,
nicht mit Vernichtungswaffen, mit Mut, Herz und Verstand
Und stellt man uns als Träumer hin,
so wolln wir nicht verzagen.
Uns bleibt dein vis-a-vis.

Wohl denen die aufwachen noch vor dem ersten Schuss,
die jetzt schon Frieden machen und nicht erst nach Beschluss.
Die nach Versöhnung drängen und
auch kalten Krieg nicht dulden.
Die lasst uns loben heut.

Wohl denen die da mahnen, Vernichtung kennt keinen Sieg.
Die sich nicht planen lassen für einen neuen Krieg.
Die heut in aller Welt aufstehen,
die nicht Gehorsam leisten, die lasst uns loben heut.

Album: Ich Bin Ein Gast Auf Erden
Komponist: Heinrich Schütz
Text: Gerhard Schöne
1991